Samstag, 26. November 2016

Alles übers Schnellschreiben | Wie schreibt man ein Buch?


Auch wenn NaNoWriMo fast vorbei ist, teile ich heute meine Tipps mit euch, wie ihr euer Projekt schneller voranbringt.
Es mag nicht für jedermann sein, aber das sind alles Dinge, die ich selbst tue, wenn ich schnell viel schreiben möchte und, auch wenn man es kaum glauben mag, die Qualität davon ist gar nicht mal so schlecht.
Wie schaffe ich es also fast 1000 Worte in einer halben Stunde zu schreiben? Das zehn-Finger-System ist es übrigens nicht :)

Gehört ihr zu den Langsamschreibern oder zu den Schnellen? Welche der beiden Tempos würdet ihr empfehlen und wieso?

Schreibt's mir in die Kommentare oder PER TWEET AN @KATESSTARK!



EINIGE WORTE VORWEG
Viele von euch werden sich gleich wundern. Einige werden den Kopf schütteln und den Artikel nicht weiterlesen, aber für mich klappt das Schreiben am besten, wenn ich mal gar nicht dabei nachdenken muss. Ich schreibe den Satz so auf, wie er mir gerade in den Sinn kommt, statt ewig langer zu überlegen, ob das sich jetzt auch schön anhört.
Auf gut Deutsch: Ich kotze die Geschichte aus mir raus. (Sorry für den Ausdruck, aber so kann ich noch am besten beschreiben, was da bei mir vorgeht, wenn ich schreibe :D)

VORAUSSETZUNGEN
Etwas zum Schreiben ist natürlich sehr wichtig (wer hätte das gedacht?!). Am liebsten nutze ich dafür meinen Computer, weil ich da einfach am schnellsten tippen kann. Das 10-Finger-System beherrsche ich nicht, sondern tippe einfach so drauf los. Klar ist das langsamer, aber es ist die Art von Geschwindigkeit, die meine Gedanken vorgeben. Hört sich seltsam an, aber so ist das eben :)
Da ich beim Schreiben kaum nachdenken möchte, zumindest nicht, was die Handlung angeht, lohnt sich eine detaillierte Outline. Was das ist und wie man so etwas erstellt, habe ich in DIESEM POST schon erklärt. Die Pantser unter euch fühlen sich jetzt vielleicht vor den Kopf gestoßen, aber je mehr ich über meine Geschichte weiß, umso schneller kann ich einfach schreiben und genau darum geht es in diesem Post. Ums schnelle Schreiben.


SETZT EUCH HIN UND SCHREIBT!
Sobald ich mich dazu gezwungen habe, mich an den Schreibtisch zu schleppen, setzte ich mich hin und öffne meine Datei, wie jeder andere auch. Ich schaue mir kurz meine Outline an und lese mir die Punkte durch, die für die anstehende Session wichtig werden. Und dann wird geschrieben.
Ich weiß, es ist schwierig, sich dazu zu überwinden. Mir geht es ja auch so vor jeder neuen Session, aber sobald ich die ersten paar Sätze geschrieben habe, bin ich bereits im Flow und es läuft nur so aus mir heraus.

NICHT NACHDENKEN! MUT ZUR LÜCKE.
Beim schnellen Schreiben ist es wichtig, so wenig wie möglich nachzudenken. Wenn dir ein Wort fehlt oder du einen Namen vergessen hast, dann schreibe eine Anweisung an dein zukünftiges Ich, dass es [hier Namen Charakter einsetzen] soll. So mache ich das auch.
Wie bei Tests auch ist Mut zur Lücke bei dieser Methode sehr wichtig. Am Anfang sträubt man sich sicher noch dagegen, aber wozu sind Überarbeitungen denn da? Um den Text noch besser zu machen. Warum soll man sich da schon bei der Rohfassung mit aufhalten, wenn man das auch später in einem Rutsch machen kann?


UND WENN MIR MAL NICHTS MEHR EINFÄLLT?
Das passiert mir auch manchmal. Dann gehe ich kurz zu meiner Outline zurück, schaue mir an, was im Verlauf des Kapitels noch passieren wird, überlege kurz, wie ich da hinkomme und mache einfach weiter. Es ist wichtig, einfach weiterzuschreiben, auch wenn sich der Satz jetzt vielleicht bescheuert anhört oder euch die Hälfte fehlt, weil ihr wichtige Infos nicht mehr richtig im Kopf habt. Das ist egal, macht einfach weiter und nach einer Weile wird es sich natürlicher anfühlen.

ABER, DIE QUALITÄT IST DANN DOCH SCHEISSE, KATE!
Nein, nicht wirklich. Ich habe viele Manuskripte von Schriftstellern gelesen, die jeden Satz zehnmal umstellen und dann das meiste doch wieder verwerfen. Und ich habe Manuskripte von Autoren gelesen, die wich ich, sehr schnell schreiben, ohne viel nachzudenken und anzuhalten. Und wenn ich ehrlich bin: Manche der "Langsamschreiber" (das meine ich nicht abwertend!) haben zu viel nachgedacht, haben zu gehobene Worte für etwas gesucht, das man auch einfacher (und verständlicher) hätte ausdrücken können. Bei den Schnellschreibern war es dann meistens so, dass sie schon recht einfache, verständliche Worte genutzt haben, einfach weil sie keine Zeit hatten nach gehobeneren Alternativen zu suchen. Bei der Überarbeitungen haben sie dann z.B. Wiederholungen, Lücken und zu lange Sätze ausgebessert und mit anderen Worten, den fehlenden Infos oder kürzeren Sätzen ersetzt.
Die Qualität ist also nicht unbedingt schlechter, wenn man etwas schneller schreibt. Viele der "Langsamschreiber" sind kleine Perfektionisten und verbringen Stunden um Stunden damit, diesen oder jenen Ausdruck noch zu verbessern und merken oftmals gar nicht, dass sie es damit nur schlechter machen.


FAZIT
Auch wenn ihr euch entscheidet, nicht auf alle Moral zu verzichten und (wie ich) einfach alles rauskotzt (sorry!), solltet ihr mit dem vielen Nachdenken und Verbessernwollen einen Gang zurückschalten. Auch wenn eure Ausdrücke noch so originell und gehoben sind, passen sie manchmal einfach nicht in den natürlichen Lesefluss. Je öfter dieser unterbrochen wird, umso weniger wird euer Leser Lust haben, weiterzublättern.

WEITERFÜHRENDE LINKS
ALLE SCHREIBTIPPS
[Eine Sammlung aller bisherigen Schreibtipps, sortiert nach Themengebieten, damit ihr das findet, was ihr gesucht habt.]
7 GEHEIMNISSE WIE ICH 10.000 WORTE AM TAG SCHREIBE
[Meine 7 Geheimnisse, wie ich 10.000 Worte und mehr an einem Tag schreibe, erklärt in diesem Blogpost mit nützlichen Vorlagen zum Download.]
SCHNELLER SCHREIBEN [VIDEO]
[In diesem Video werden alle Punkte aus dem Blogpost aufgegriffen und mit Beispielen versehen.]
WENN IHR MAL NICHT WEITERKOMMT – PART 1
[Nützliche Tipps und Tricks, wie man die Motivation wiederfindet und nicht aufgibt.]
WENN IHR MAL NICHT WEITERKOMMT – PART 2
[Weitere Methoden, um sich für das Schreiben zu motivieren und durchzuhalten.]

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