Samstag, 7. Mai 2016

Pro/Contra Camp NaNoWriMo [Wie schreibt man ein Buch?]


Hallo ihr Lieben!
Ich hoffe, ihr hattet einen schönen und vor allem sonnigen Samstag. Für mich beginnt jetzt auch endlich das Wochenende. Wegen meines Buchhandelspraktikums musste ich heute nämlich noch arbeiten, habe aber auch ein paar tolle Bücher gefunden, die ich euch im nächsten Neuzugänge-Video in ein paar Wochen präsentieren werde.
Heute gibt es wieder einen Blogpost übers Schreiben. Das begleitende VIDEO steht wie immer auf meinem YOUTUBE-KANAL bereit.
Da der April und damit mein drittes NaNoWriMo-Camp vorbei ist, wollte ich heute ein kurzes Fazit ziehen und euch meine bisherigen Erfahrungen als kleine Pro- und Contra-Liste vorstellen.


Was spricht für Camp NaNoWriMo?
Dank des Cabin-Systems, das euch zufällig mit elf anderen Schreiberlingen zusammenbringt, lernt ihr bei jeder Teilnahe Schreibbegeisterte aus der ganzen Welt kennen und könnt euch mit ihnen über die Chatfunktion austauschen. Durch diesen Kontakt pusht man sich mit den Wordcounts nicht nur gegenseitig, sondern kann sich auch mal weiterhelfen, wenn jemand gerade eine Blockade oder ein Problem hat.
Außerdem hat man während des Camps, meiner Meinung nach, viel mehr Freiheiten. Statt ein völlig neues Buch zu schreiben könnt ihr plotten oder überarbeiten und auch euer Wortziel könnt ihr selbst einstellen, auch niedriger als die NaNoWriMo-typischen 50.ooo Worte. Damit sind die beiden Camps im April und Juli auch für Neulinge gut geeignet, die dann testen können, ob sie mit dem "Schreib-ein-Buch-in-einem-Monat"-System von NaNoWriMo zurecht kommen oder einfach mehr Zeit benötigen.

Was spricht gegen Camp NaNoWriMo?
So schön es auch ist, Schreibende aus der ganzen Welt kennenzulernen, nur die wenigsten sprechen dann auch wirklich Deutsch. Wer also Probleme mit Englisch hat, wird früher oder später an seine Grenzen stoßen. Aber man kann daran natürlich auch wachsen und während meiner beiden ersten Camps, habe ich im Englischunterricht gemerkt, wie sehr ich mich durch die Chats und endlosen E-Mails verbessert habe.
Was leider bei mir bisher immer der Fall gewesen ist: Die Cabins werden ziemlich schnell inaktiv, manche fangen gar nicht erst mit dem Schreiben an und andere verschwinden nach ein oder zwei Wochen auf Nimmerwiedersehen. Das ist natürlich sehr, sehr schade und dadurch entfallen auch einige Punkte, die für das Camp sprechen.
Manchmal geht es einem selbst so, dass man einfach keine Zeit hat während der Camps und noch hundert andere Sachen machen muss und nur ganz selten zum Schreiben kommt. Es ist dann zumindest für mich immer sehr frustrierend, wenn man einfach sein Ziel nicht erreicht und mit jedem vergangenen Tag die Chance auf einen Sieg sinkt.
Das spielt natürlich eng mit dem selbstgesetzten Ziel zusammen. Im April hatte ich mir 40.ooo Worte als Ziel gesetzt. Geschafft habe ich sie schon, aber nur knapp. Niedrigere Ziele lassen mich irgendwie faul werden, während zu hohe Ziele mich irgendwann frustrieren, weil ich trotz all dem Geschreibsel und schlafloser Nächte nicht weiterzukommen scheine. Das ist ziemlich demotivierend und für das nächste Camp setzte ich mir wieder ein höheres Ziel, vielleicht sogar 50.ooo als Vorbereitung auf den November.

Eine eigene Cabin gründen?
Bisher war ich ja, wie bereits gesagt, in den zufällig gewählten Cabins, aber weil meine Erfahrungen damit immer negativer wurden, habe ich mir jetzt überlegt, eine eigene Cabin aufzumachen und frage mich, ob und wer von euch dazu Lust hätte. Ich bin im Juli auf jeden Fall wieder mit von der Partie und würde mich über einen Kommentar von euch freuen.

Kate's Camp-Fazit im April 2016
Mein Ziel von 40.ooo Worten habe ich nur sehr knapp erreicht, allerdings vergessen, meinen Wordcount einzureichen. Ich bin nicht wirklich froh mit diesem Ergebnis, mein schlechtestes überhaupt. Diese niedrige Wortzahl könnte damit zusammenhängen, dass ich während des Aprils zwischen drei Städten gewechselt habe und meine Cabin leider auch sehr, sehr, sehr inaktiv war. Aber das sind natürlich nur kleine Ausreden, weil ich mir nicht wirklich eingestehen möchte, dass ich wirklich faul war. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, den ersten Teil meiner neuen Trilogie während des Aprils fertigzubekommen. Jetzt bin ich ca. bei der Hälfte und werde den Mai mit dem Rest verbringen dürfen. Mein Wortziel für den Mai sind aber wieder 40.ooo Worte, wobei das durch meine Schulzeit auch wieder etwas schwierig werden könnte, aber das ist mal wieder eine Ausrede, um nicht so viel schreiben zu müssen.
Während des Camps habe ich meine Schreibstrategie etwas geändert, weil ich mit meinem bisherigen Vorgehen schon immer irgendwie Probleme hatte. Meine Bücher werden ja aus den Perspektiven vieler verschiedener Charaktere erzählt, die nach jedem Kapitel wechseln. Vorm April habe ich immer chronologisch geschrieben und die Perspektiven waren dadurch natürlich kunterbunt vermischt. Es war immer sehr schwer, sich nach einem Kapitel mit dem einen Charakter als Hauptfokus auf einen neuen zu konzentrieren, weshalb ich jetzt erst alle Kapitel aus der Sicht des einen und dann aus der sich der anderen schreibe. Das klappt durch meine detaillierte Outline und die Anmerkungen, die ich an die Randspalte fürs Überarbeiten mache, sehr gut. Es ist zwar komisch, über Dinge zu schreiben, die man zwar geplant, aber noch nicht geschrieben hat, aber der Bruch nach den einzelnen Kapiteln ist nicht mehr so hart.

Wie war euer April schreibtechnisch so? Habt ihr eure Ziele erreicht oder seid ihr auch unzufrieden?
Schreibt's mir doch in die Kommentare oder per Tweet an @KateSStark.

Ich freue mich auf euch!
Eure Kate

PS: Diesen Blogpost gibt es auch als VIDEO





Kommentare:

  1. Hallo Kate,

    ein toller Artikel. War interessant, einmal die Meinung eines anderen Schreiberlings über das Camp zu hören. Ich selbst bin ein großer Fan der Camps, obwohl ich erst zwei Mal mitgemacht habe. Das erste mal war letztes Jahr im Juli, das zweite Mal dieses Jahr im April. Ich habe mir diesen April 30.000 Wörter vorgenommen, weil ich mir nicht sicher war, wie motiviert ich in den Monat starten würde. Zu meiner Überraschung lief es aber wahnsinnig gut und ich habe am Schluss nicht nur mein Buch beendet, sondern auch 70.500 Wörter geschafft. Das war mein bisheriger persönlicher Rekord. :) Ich muss aber hinzu sagen, dass ich in einer privaten Cabin war, in der ich schon einige der Schreiberlinge gekannt habe (es waren aber auch noch neue Leute dabei). Leider ließ die Aktivität während des Camps auch ein bisschen nach, vor allem gegen Schluss. Aber es haben sich trotzdem ein paar schöne, motivierende Gespräche ergeben. Ich mag es persönlich lieber, in einer Cabin mit mir bekannten Autoren zu sein, von denen ich weiß, dass sie das Camp so ernst nehmen wie ich. Ich weiß noch nicht, mit wem ich nächstes Mal in einer Cabin sein werde und ob es wieder die Gleichen sind, aber du kannst dich uns gerne anschließen, falls du noch eine Cabin suchen solltest :)

    Ganz liebe Grüße
    M.

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    1. Liebe Myna,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Da habe ich mich richtig drüber gefreut :)
      Grundsätzlich finde ich die Cabins auch super, aber dieses ständige inaktiv werden, stört mich dann doch massiv.
      Aber hey! Gratulation zu deinem riesen Erfolg! So war es bei mir bei den letzten paar Mal auch so, nur dieses Camp über leider nicht, was an unbeeinflussbaren Faktoren hing und eben auch irgendwie an meiner eigenen Faulheit.
      Beim nächsten Mal will ich es wirklich mal mit einer privaten versuchen und freue mich echt über dein Angebot. Ich denke, ich starte einfach nochmal einen kleinen Twitter/Blog-Aufruf, wenn es dann aufs Camp zugeht. Es haben sich ja schon einige Interessenten gemeldet und die müssen ja auch irgendwie untergebracht werden...

      Ganz viele liebe Grüße zurück :)
      Kate

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